Trotz Regen
320.000 Menschen bei Wiener Pride-Parade
Das schlechte Wetter hat der Beteiligung an 30. Regenbogenparade offenbar keinen Abbruch getan: Trotz des Regens strömten am Samstag laut Veranstaltern 320.000 Menschen auf den Wiener Ring, um unter dem Motto "Sichtbar seit 1996" gemeinsam für die Rechte der LGBTQIA+ Community in Österreich einzustehen. "Unsere Rechte stehen unter Druck, und genau deshalb ist Pride heute politischer als seit vielen Jahren", sagte Organisatorin Katharina Kacerovsky-Strobl der APA.
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Der geplante Abmarsch um 12.00 Uhr verzögerte sich allerdings durch einen heftigen Wolkenbruch um 20 Minuten. "Es sind aber alle geblieben", unterstrich Kacerovsky-Strobl. Die Parade war somit erneut die größte Demonstration für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender, intergeschlechtlichen und queeren Menschen in Österreich. "Man kann nicht bekämpfen, was existiert. Genau deshalb wird es immer LGBTIQ-Menschen geben, immer Regenbogenfamilien und immer Menschen, die für Freiheit, Gleichberechtigung und Sichtbarkeit eintreten. Pride war nie nur eine Party, Pride war immer Protest - und der Beweis, dass Liebe und Zusammenhalt stärker sind als jede Form der Zerstörung", sagte Kacerovsky-Strobl.
Ann-Sophie Otte, Obfrau HOSI Wien, unterstrich, dass die Parade in den 30 Jahren Fortschritte erkämpft hat. "Trotzdem ist Österreich im europäischen Vergleich weit abgeschlagen. Die Bundesregierung hat vor einem Jahr das größte LGBTIQ-Paket, das je in einem Regierungsprogramm angekündigt wurde, präsentiert, umgesetzt wurde bisher jedoch kaum etwas. Wir erwarten uns endlich konkrete Schritte statt bloßer Versprechen. Ein umfassender Diskriminierungsschutz, die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Hate Crime und ein Verbot von Konversionstherapien sind keine Sonderwünsche, sondern Fragen der Menschenrechte", so Otte.
Gewohnte Route über den Ring
Die Route führte wieder vom Parlament über den Heldenplatz, die Wiener Staatsoper, den Stubenring, die Urania und den Schwedenplatz bis zum Franz-Josefs-Kai, weiter über die Börse zum Schottentor und schließlich zurück zum Rathausplatz, wo die Pride Celebration stattfand. Um 15.00 Uhr hielt der Paradenzug für einen Moment des Gedenkens inne. Dabei wurde jener Menschen gedacht, die nicht mehr an den Feierlichkeiten teilnehmen können. Die Spitze des Zuges traf gegen 16.00 Uhr wieder am Rathausplatz ein.
Conchita Wurst und JJ treten auf
Ab 18.45 Uhr war im Pride Village am Rathausplatz die Pride Celebration mit Ansprachen von Aktivistinnen und Aktivisten sowie Politikerinnen und Politikern geplant. Hier standen mit Conchita Wurst und JJ auch zwei Song Contest-Gewinner auf dem Programm.
Landtagsabgeordnete und SPÖ-LGBTIQ-Sprecherin im Wiener Rathaus Susanne Haase hob in einer Aussendung den Einsatz der Stadt Wien hervor: "Wien hat in den vergangenen Jahren wichtige queere Errungenschaften abgesichert und weiterentwickelt: von der Wiener Antidiskriminierungsstelle für LGBTIQ-Angelegenheiten über Beratungs- und Unterstützungsangebote für die Community, queere Jugendarbeit, Angebote für Regenbogenfamilien und Bildungsarbeit bis hin zur Sichtbarmachung queerer Geschichte und Kulturangebote". Genau das mache "eine Regenbogenhauptstadt aus".
Seitens der FPÖ gab es besonders Kritik an den Wiener Linien, die die Parade an ihren Haltestellen unterstützten. "Während die Wiener täglich mit Verspätungen, Störungen und im Sommer oft unerträglich heißen Garnituren konfrontiert sind, haben die Wiener Linien offenbar Zeit und Geld für Transgender-Propaganda", sagte FPÖ-Mobilitätssprecher Klemens Resch. Besonders unverständlich sei, "dass für derartige Social-Media-Aktionen offenbar Ressourcen vorhanden sind, während zentrale Verbesserungen für die Fahrgäste weiter auf sich warten lassen".
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