Nach Tunnel-Streit

Porsche verkauft Salzburg-Villa um 12,7 Mio. Euro

Gabriela Prinzessin zu Leiningen und Wolfgang Porsche
© APA/FRANZ NEUMAYR
Sein umstrittenes Tunnel-Projekt sorgte für heftige Proteste. Nun entschied sich der Porsche-Aufsichtsratschef zum Verkauf des historischen "Paschinger Schlössl" um Millionen.
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Eigentlich wollte sich der 83-jährige Milliardär Wolfgang Porsche mit dem geschichtsträchtigen "Paschinger Schlössl" – einstiger Wohnsitz von Stefan Zweig – ein privates Refugium in Salzburg schaffen. Doch die Pläne des Autobauers sorgten für massiven politischen Zündstoff. Weil die reguläre Zufahrt zur Villa eng und im Winter oft vereist ist, plante Porsche eine unterirdische Garage inklusive eines 500 Meter langen Privattunnels direkt durch den Berg, für den er rund 10 Millionen Euro aus eigener Tasche zahlen wollte.

Proteste gegen Tunnelbau

Als das Vorhaben im Frühjahr 2025 öffentlich wurde, formierte sich heftiger Widerstand von Umweltschützern, Grünen und der KPÖ, die dem Unternehmer eine "Sonderbehandlung für Superreiche" vorwarfen. Mehr als 19.000 Menschen unterschrieben eine entsprechende Petition.

Rückzug trotz rechtskräftiger Genehmigung

Das Paradoxe: Obwohl Stadt und Land Salzburg dem Unternehmer Ende 2025 alle nötigen Genehmigungen für den Tunnelbau erteilten, mag der Porsche-Chef nun nicht mehr. Das Anwesen steht beim französischen Luxus-Makler Le Figaro Properties für 12,7 Millionen Euro zum Verkauf. Für diesen Preis erhalten Käufer ein Juwel mit 12 Zimmern auf 616 Quadratmetern Wohnfläche, einen riesigen Park und den behördlich genehmigten Privattunnel als Extra.

Das Paschinger Schlössl im Jahr 2020
Das Paschinger Schlössl im Jahr 2020 © Wikipedia

Wie aus dem Umfeld Porsches verlautet, sei das anhaltende "Superreichen-Bashing" aus Politik und Lokalmedien der Hauptgrund für den plötzlichen Rückzug. Eine Insiderin betonte, dass vor allem Porsche und Red-Bull-Erbe Mark Mateschitz regelmäßig politisch ins Visier genommen würden, während ihre Bedeutung für den Wirtschaftsstandort ignoriert werde. Der 83-Jährige fürchte, dass die negativen Stimmen auch bei Baubeginn nicht verstummen würden. Seine uneingeschränkte Ruhe genießt der frisch vermählte Unternehmer nun auf seinem Gut in Zell am See sowie auf seiner Luxusfinca auf Mallorca. Ein Sprecher der Porsche SE wollte sich laut "Bild" zu dem Verkauf nicht äußern.

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