Renovierungspflicht
Paar kauft 1-Euro-Haus und muss jetzt renovieren
Wie das Portal "News.com.au" berichtet, setzte sich ein Paar aus der australischen Hauptstadt Canberra gegen rund 60.000 Mitbewerber durch. Die US-Amerikanerin Rae und der Australier Declan sicherten sich ein baufälliges Steinhaus in der sizilianischen Gemeinde Troina. Die beiden haben sich 2018 in einer Bar in Florenz kennengelernt und planen, im August in Italien zu heiraten. Der Kauf war dabei weniger von purer Schnäppchenlust getrieben, sondern vielmehr von der Begeisterung für das lokale Engagement junger Sizilianer zur Rettung ihrer historischen Heimat.
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Das weitverbreitete Ein-Euro-Modell klingt oft unproblematischer, als es in der Realität ist. Rae räumte im Gespräch mit "News.com.au" deutlich mit dem Mythos vom Gratis-Eigentum auf: "Wenn ich eines von den Dächern schreien könnte, dann wäre es, dass diese Häuser keine kostenlosen Unterkünfte sind." Der symbolische Kaufpreis von nur einem Euro ist lediglich der Anfang. Hinzu kommen Abgaben für Gebühren, Planung, Steuern und natürlich die eigentliche Renovierung. Die Gesamtkosten für das Projekt auf Sizilien schätzt das Paar auf umgerechnet rund 59.000 Euro.
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Gemeinsam die Gemeinde wiederbeleben
Für Rae und Declan war letztlich nicht der Preis entscheidend, sondern der Gedanke hinter dem Programm: "Es ist eine Partnerschaft mit einer Gemeinschaft", erklärte Rae über das Modell. Nach dem Abschluss der aufwendigen Bauarbeiten wollen die beiden künftig zwischen Australien, den USA und Italien pendeln. Das Konzept der Ein-Euro-Häuser wird mittlerweile in mehr als 70 italienischen Gemeinden angewendet. Verkauft werden dabei stark sanierungsbedürftige Immobilien zum Symbolpreis. Käufer verpflichten sich, die Gebäude innerhalb einer bestimmten Frist zu renovieren, um Orte mit sinkender Einwohnerzahl zu neuem Leben zu erwecken.
Riesiger Erfolg für die Orte
Wie gut diese Idee funktioniert, bestätigt der Bürgermeister der ebenfalls sizilianischen Gemeinde Mussomeli gegenüber der "Daily Mail". Für ihn ist das Programm "das Beste, was unserer Stadt passieren konnte, und hat enorme finanzielle, kulturelle und soziale Vorteile gebracht." Zuvor war "die Stadt am Sterben", doch nun sei sie wieder voller Leben. Er betonte zudem: "Die Menschen, die hier Häuser gekauft haben, geben vor Ort viel Geld aus und haben auch das Ansehen von Mussomeli gesteigert."
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