Caro Athanasiadis
ORF-Star packt über Drogen-Drama aus
Für Caroline Athanasiadis läuft es derzeit alles andere als rund. Nachdem erst kürzlich das Aus ihrer Quizshow beim ORF für Schlagzeilen gesorgt hatte, muss die beliebte Kabarettistin und Moderatorin nun den nächsten Dämpfer wegstecken. Die Wienerin landete im Spital: Wegen einer unaufschiebbaren Zahn-Operation musste sie unters Messer. Auf Instagram teilte sie kurz nach dem Eingriff Einblicke in ihre Gefühlswelt, wie auch ihr Posting mit dem augenzwinkernden Titel "Vollnarkosendämmergedanken" zeigt. Für Athanasiadis war der Eingriff eine echte Premiere, die alte, tiefsitzende Ängste hochkommen ließ.
Kontrollverlust auf dem OP-Tisch
"Das erste Mal Vollnarkose. Das Gefühl machtlos da zu liegen und keine Kontrolle über den eigenen Körper zu haben, kann schon sehr beängstigend sein."
Diese Zeilen spiegeln die Verwundbarkeit wider, die die sonst so resolute Powerfrau vor dem Eingriff überkam. Das Ausgeliefertsein im weißen Spitalshemd setzte bei ihr eine regelrechte Gedankenkaskade in Gang.
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Zeitreise in die 80er: Die Schutzmauer am Wiener Karlsplatz
Die plötzliche Hilflosigkeit katapultierte Caroline Athanasiadis gedanklich direkt zurück in ihre Kindheitstage im Wien der 1980er-Jahre.
"Ich erinnere mich daran, wie ich als kleines Mädchen, welches ich noch immer bin, in der U-Bahn alleine in die Schule fuhr. Um mich herum so viele rieisige Menschen, auf meinem Rücken, meine riesige Schultasche und die riesige Angst….der Erwachsenen"
Der Grund für diese Angst war der tägliche Schulweg, der sie mitten durch ein düsteres Kapitel der Wiener Stadtgeschichte führte: "Man muss dazu sagen, ich bin am Karlsplatz in Wien zur Volksschule gegangen und in den 80ern war das der Umschlagplatz für alles, was man sich illegal reinschießen wollte. Jedentag ging ich dort vorbei. Vorbei an den hilflosen Suchtkranken, die sich in den furchterregendsten Zuständen befanden, Menschen in denen die Spritzen noch in den Armen steckten und leider auch manche, die an ihrem eigenen Erbrochenen zu ersticken drohten. Unsere Lehrer bildeten eine Art Schutzmauer vom U-Bahn-Ausgang bis zum Eingang der Schule, in dem sie sich alle 20 Meter aufstellten, um uns fröhlich weiterzuwinken. Trotzdem konnten sie das Elend hinter sich nicht verbergen. Sie hatten Angst. Um uns. Um unser Leben. Um unser Kindeswohl. Um unsere psychische Gesundheit. Ich hatte keine Angst. Jedenfalls nicht vor den Drogenabhängigen."
Die Angst vor der "grünen Gitter-Parkbank"
Es war nicht die Furcht vor den suchtkranken Menschen selbst, die die kleine Caroline damals begleitete, sondern die lähmende Sorge vor dem moralischen und sozialen Abgrund. Die Angst, selbst die Kontrolle über das eigene Leben zu verlieren, prägte sie nachhaltig: "Ich hatte Angst, dass mich jemand so beeinflussen oder ausnutzen könnte, dass ich am Ende auch dort lande. Auf einer grünen Gitter-Parkbank zwischen Thujen und Asphalt."
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Diese drastischen Bilder vor Augen brannten sich tief ein und fungierten zeitlebens als emotionales Schutzschild. Für Athanasiadis gab es daher nie ein Herumexperimentieren: "Man hätte mir das teuerste, tollste, abgefahrenste Zeug vor die Nase halten können, ich hätt nicht, für kein Geld, für keinen Job, keinen Mann, kein Nix der Welt, etwas angegriffen, geschweige denn mir reingezogen. Kurz vor meiner Narkose sind alle diese Bilder von damals wieder in meinem Kopf aufgetaucht."
Ende gut, alles gut
Als die Narkosemittel im Krankenhaus schließlich zu wirken begannen, schloss sich für die Moderatorin der Kreis zum Kontrollverlust ihrer Kindheitstage. Diesmal jedoch durfte sie die Gewissheit spüren, dass die Ohnmacht kontrolliert und sicher ist. Athanasiadis zeigte sich im Nachhinein zutiefst dankbar dafür, dass sie sich in professionellen, medizinischen Händen befand und alles nach Plan verlief.
Ein kleiner Fauxpas im Spital – festgehalten auf einem Foto, wo auf dem Menüplan "Früchtetee, Zucker" steht, ihr aber offensichtlich ein Kaffee serviert wurde („Deshalb ... finde den Fehler!“) – zeigt, dass auch ihr unverkennbarer Humor bereits aus dem Narkoseschlaf erwacht ist.
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