Kopf-Gewitter

Ohne Tabletten: Wie Sie Ihre Migräne in den Griff bekommen

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Wenn Tabletten nicht mehr helfen, wird Migräne zum Albtraum. Doch Betroffene können die Kontrolle zurückgewinnen: Wie Sie die Reize im Nervensystem selbst entschärfen, Auslöser stoppen und Schmerzen lindern.
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Migräne trifft Menschen oft mitten im Leben: Heftige, pulsierende Schmerzen, Übelkeit und Sehstörungen reißen Betroffene schlagartig aus dem Alltag und zwingen sie in einen abgedunkelten Raum. Auf der Suche nach Linderung beginnt meist ein jahrelanger Marathon durch Arztpraxen. Doch Medikamente wirken oft nur unzureichend und Betroffene stehen irgendwann an einem Wendepunkt: Welche Wege gibt es noch, um die wahren Ursachen anzugehen, Auslöser zu vermeiden und die Migräne nachhaltig zu lindern?

NATÜRLICHE UND ALTERNATIVE HEILMETHODEN

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Ergänzend zur Schulmedizin vertrauen viele Betroffene auf pflanzliche Extrakte, Düfte und energetische Reize, um den Körper sanft zu regulieren und Attacken vorzubeugen.

Aromatherapie

Auf Schläfen, Stirn und Nacken aufgetragen, wirkt verdünntes Pfefferminzöl spürbar kühlend und schmerzlindernd. Inhaliertes Lavendelöl reduziert stress- und angstbedingte Migränereize. Bei Verspannungskopfschmerzen helfen zudem Rosmarin, Kamille oder Eukalyptus, während Ingweröl effektiv gegen Begleitübelkeit wirkt.

Phytotherapie

Mutterkraut ist die am besten untersuchte Heilpflanze zur Prophylaxe; es wirkt gefäßverengend sowie entzündungshemmend und senkt bei regelmäßiger, wochenlanger Einnahme die Anfallshäufigkeit. Die Kombination mit Ingwer gilt als besonders effektiv: Studien zeigen, dass Ingwerpulver Schmerz und Übelkeit ähnlich gut wie das Medikament Sumatriptan lindern kann – jedoch fast ohne Nebenwirkungen. Unterstützende Tees bieten zudem Ginkgo, Zitronenmelisse, Mädesüß oder Weidenrinde.

Bitterstoffe

Sie fördern die Verdauung, entlasten die Leber und können so Migränebeschwerden lindern. Da sie aus modernen Lebensmitteln weitgehend weggezüchtet wurden, lohnt sich der gezielte Verzehr von Chicorée, Endivien, Löwenzahn, Artischocke oder Wermutkraut.

Homöopathie

Nach dem Simile-Prinzip („Ähnliches mit Ähnlichem heilen“) setzen Globuli minimale Reize, um die Selbstheilungskräfte der Nervenbahnen über die Schleimhäute zu aktivieren. Zur Selbstanwendung eignen sich niedrige Potenzen (D12/C30) auf "sauberer" Mundschleimhaut. Typische Mittel sind Belladonna (bei plötzlichem, pochendem Schmerz), Cimicifuga (Wechseljahresmigräne), Nux vomica (Stressund Genussmittelmigräne) oder Iris versicolor (typische Wochenendmigräne). Bewährt haben sich auch Komplexmittel wie "Migräne Hevert N".

Schüßler-Salze

Die Mineralsalze sollen den Mineralhaushalt der Zellen regulieren. Wissenschaftlich ist die Wirkung zwar nicht belegt, doch die Praxisberichte sind positiv. Das wichtigste Akutmittel bei krampfartigen Schmerzen ist die Nr. 7 (Magnesium phosphoricum D6). Bei Sehstörungen hilft die Nr. 8, bei Stress die Nr. 5. Als bewährte Dreierkombination zur Prophylaxe gilt die tägliche Einnahme der Nummern 7, 8 und 11. Tipp bei Laktoseintoleranz: Da Schüßler-Tabletten Milchzucker enthalten, sollten Betroffene auf Globuli ausweichen.

SELBSTTHERAPIEN

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Neben professioneller Hilfe bietet auch der eigene Alltag Hebel, um die Anfallshäufigkeit und Schmerzintensität eigenständig und nachhaltig zu senken.

Sport

Regelmäßiges Training wirkt wie Medizin. Laut Studien senkt Krafttraining (3-mal wöchentlich) die Migränetage im Monat um bis zu 3,5 Tage, da es die Nackenmuskeln stärkt und die Halswirbelsäule stabilisiert. Hochintensives Intervalltraining (HIT) reduziert Attacken um 3,1 Tage durch die Ausschüttung schmerzlindernder Endorphine.Ungeeignet sind Sportarten mit Erschütterungen oder Überstreckungen.

Natur- und Hydrotherapie

Kneipp-Anwendungen (wie kalte Gesichtsgüsse im Akutfall, ansteigende Nackengüsse oder Wechselfußbäder) trainieren die Gefäßregulation und fördern die Durchblutung. Einen ähnlichen Effekt bietet ein warmer Heublumensack im Nacken. Zudem beruhigt Waldbaden nachweislich den für die Stressverarbeitung zuständigen Mandelkern im Gehirn.

Niedrig-glykämische Ernährung

Da das Gehirn keine Energiespeicher besitzt, triggern Blutzuckerschwankungen und reaktive Unterzuckerungen Migräneattacken. Die Lösung ist eine ballaststoffreiche, zuckerarme Ernährung mit frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln.

Gezielte Mikronährstoffe

Studien zeigen, dass bestimmte Supplemente prophylaktisch wirken. Dazu gehören hochdosiertes Magnesium (400–600 mg täglich, auch als selbst hergestellte Magnesiumchlorid-Lösung zum Aufsprühen auf Verspannungen), entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren (4–6 g täglich), hochdosierte B-Vitamine (insbesondere B2 mit ca. 400 mg und B1, B3, B5, B6, B7, Folsäure), Coenzym Q10 (200–400 mg) sowie Vitamin D3 (Zielwert: 60–80 ng/ml, immer kombiniert mit Fett und Vitamin K2).

Vagusstimulation

Der Vagusnerv ist die Bremse des Nervensystems und reguliert Entzündungen sowie die Schmerzwahrnehmung. Über die nichtinvasive Vagusnervstimulation geben kleine Geräte am Hals oder Ohr schwache elektrische Impulse durch die Haut ab. Studien zeigen, dass diese Methode im Akutfall zu einer deutlichen Linderung führt.

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