Die Ruck-Files sorgen seit Wochen für Wirbel. Eine Männer-Runde, die sich im Weinkeller vermeintlich vertraulich unterhält. Das Gespräch wurde allerdings aufgezeichnet. oe24 liegen jetzt neue Ausschnitte des Tonbands vor.
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Im Zentrum des neuen Aufregers: SPÖ-Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy. Er geriet bereits rund um die Ruck-Files in die Schlagzeilen, da er seinen eigenen Parteichef, Andreas Babler, scharf kritisierte. oe24 berichtete.
"Nach an Fetz'n' - anders kann es nicht gewesen sein"
Nun sorgen neue Sager für Wirbel. Dabei geht es um eine Ankündigung des damaligen Wiener Bürgermeisters Michael Häupl im Jahr 2025, 2.000 neue Gemeindewohnungen zu bauen. „Die kommen an einem Tag, auf d’Nacht, der Häupl, nach an Fetz’n' – anders kann es nicht gewesen sein – und sagen: Wir brauchen mehr Gemeindewohnungen! Das war ja unglaublich. Wie ich das gehört habe: völliger Schwachsinn", so Nevrivy.
Der Donaustadt-Bezirksvorsteher sprach sich in der Runde auch offen für einen Abverkauf von über 100.000 Gemeindewohnungen aus. Es sei "völliger Schwachsinn". Gemeindewohnungen seien ja inzwischen Sozialwohnungen - und davon brauche man nicht 220.000. Laut dem Bezirksvorsteher würden 100.000 bis 150.000 reichen. "Einen Teil verklopfe ich", so Nevrivy.
Nevrivy rudert zurück
Mittlerweile rudert der Wiener SPÖ-Grande zurück. "Als Bezirksvorsteher bekenne mich bedingungslos zum sozialen geförderten Wohnbau in Wien. Denn leistbarer Wohnraum wird weiterhin und sogar verstärkt gebraucht. Ich bin überzeugt davon, dass gerade in einem sich so dynamisch entwickelnden Bezirk wie der Donaustadt der soziale geförderte Wohnbau und jedes einzelne Gemeindebau-Projekt unverzichtbar für eine positive Bezirksentwicklung sind", erklärt er gegenüber dem "profil".
Zudem handle es sich bei den Ruck-Files um ein "widerrechtlich aufgezeichnetes Treffen".
SPÖ kann "nicht wirtschaften"
Und auch an seiner eigenen Partei übte Nevrivy scharfe Kritik. "Wirtschaften können wir nicht", so der SPÖ-Politiker.
Bekanntlich führte das geheim aufgezeichnete Gespräch zum Rücktritt von Wirtschaftskammer-Wien-Präsident Walter Ruck. oe24 berichtete. Ruck nahm die SPÖ nach Nevrivys Sager ("Wirtschaften können wir nicht") übrigens in Schutz: "Nein. Die SPÖ kann schon wirtschaften. Ihr fehlt nur der Mut".
Scharfe Kritik von Opposition
Scharfe Kritik an den Aussagen kam jedenfalls von Wiens FPÖ-Parteichefs Dominik Nepp. Er hielt fest, dass sich die Wiener SPÖ als "Hüterin des sozialen Wohnbaus" inszeniere. Tatsächlich wolle man aber Gemeindebauwohnungen weiterverkaufen. Für den grünen Klubobmann Georg Prack ist die Wortmeldung Nevrivys "höchst fahrlässig". Er sprach sich für ein Anti-Privatisierungsgesetz aus.
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