Wichtige Verbindung

Millionenprojekt "Loudonsteg" trotz Neubau nicht barrierefrei

Eine moderne Fußgängerbrücke führt über eine ÖBB-Bahnstrecke in Wien-Penzing.
© ÖBB Zenger
Trotz des aufwendigen Neubaus vor wenigen Jahren stellt der Loudonsteg für etliche Penzinger eine unüberwindbare Hürde dar. Die ÖVP setzt sich dafür ein, die wichtige Verbindung zur S-Bahn sowie zum Auhof Center spät, aber doch barrierefrei zu machen.
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Für viele Bewohner in Wien-Penzing stellt der Loudonsteg die schnellste Verbindung zu S-Bahn und Auhof Center dar. Doch die 45 Stufen hinauf zur Bahnüberführung sind besonders für ältere Menschen, Personen mit Behinderung sowie schwangere Frauen und Familien mit Kinderwagen ein Problem. Sie müssen auf die Querung bei der Pevetzgasse ausweichen, was einen Zeitverlust von mindestens 20 Minuten bedeutet.

Der Loudonsteg in Wien-Penzing führt über Bahngleise und ist von Bäumen umgeben.
Der Loudonsteg in Wien-Penzing. © ÖBB Zenger

"Wir unterstützen den Wunsch der Anrainerinnen und Anrainer und bringen für die kommende Bezirksvertretungssitzung unseren Antrag auf eine barrierefreie Nutzung des Loudonstegs erneut ein und hoffen auf breite Unterstützung für dieses wichtige Bürgeranliegen", so ÖVP-Penzing-Bezirksparteiobmann Andreas Eisenbock.

Neubau um 1,2 Millionen Euro

Nachdem der alte Steg zwischen den Bahnhöfen Weidlingau und Hadersdorf nicht mehr saniert werden konnte, wurde er Ende 2022 von den ÖBB neu errichtet und nach Ablauf der Gewährleistungsfrist an die Stadt Wien übergeben. Die Kosten für den 60 Meter langen und 10 Meter hohen neuen Loudonsteg betrugen rund 1,2 Millionen Euro.

Drei Erwachsene und ein Kind im Kinderwagen stehen vor einer Treppe an der Loudonbrücke.
Bezirksparteiobmann Andreas Eisenbock (ÖVP) mit betroffenen Penzingern vor der Loudonbrücke. © Hillinger

Allerdings: "Trotz vorhandener technischer Möglichkeiten gibt es bis heute keine barrierefreie Lösung. Das ist für die betroffenen Anrainerinnen und Anrainer unverständlich", erklärt Eisenbock. "Das ist schlicht nicht zeitgemäß und muss sich ändern."

"Gewissermaßen ein Skandal"

"Die steilen Stufen sind wirklich schwer zu bezwingen, zumal man meist ein Gepäck in der Hand oder am Rücken hat, was die Situation natürlich erschwert. Ich habe Nachbarn, die auf Krücken gehen, und ihre täglichen Wege über den Steg nur mithilfe einer zweiten Person schaffen. Aber auch für Eltern, die ihre Kleinen Tag für Tag in den Kindergarten bringen, ist die Fußgängerbrücke keine ideale Lösung", beklagt Anrainer Friedrich Danner gegenüber oe24.

Für die Betroffenen sei das nahegelegene Auhof Center ein wesentlicher Nahversorgungsposten mit Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Post und Apotheke, so Danner, und der Loudonsteg der kürzeste Weg dorthin.

"Dass sowas gebaut wird, ist mir unverständlich und gewissermaßen ein Skandal. Die Stadt Wien hat es nämlich nicht für wert befunden, hier einen Lift einzubauen. Ich selbst schaffe die 45 Stufen mit meinen zwei Bypässen und dem Defibrillator nur mit größter Schwierigkeit. Ein barrierefreier Zugang ist für mich schlicht eine Notwendigkeit. Vor allem im Winter, wenn der Steg nur ein- oder zweimal am Tag von Schnee und Eis gereinigt wird, ist der Weg einfach nicht mehr machbar." Die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Penzing findet übrigens am 23. September 2026 statt - rechtzeitig genug also, um den Loudonsteg noch vor dem Winter barrierefrei zu machen.

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