Tierschutz
Millionenprojekt für die Rettung der Donau-Störe
Im Rahmen des internationalen Artenschutzprojekts "LIFE-Boat 4 Sturgeon" ist Forschenden ein wichtiger Durchbruch gelungen: In der schwimmenden Aufzuchtstation auf der Wiener Donauinsel wurde erstmals die Nachzucht des seltenen Sternhausen-Störs erfolgreich abgeschlossen. Die Aufzuchtstation an der Wiener Donauinsel ist europaweit einzigartig.
Die bis zu zwei Meter langen und über 50 Kilogramm schweren Tiere gelten als eine der stark bedrohten Stör-Arten der Donau. Ziel des Projekts ist es, das Überleben der letzten vier Stör-Arten im Donauraum langfristig zu sichern.
Unter der Leitung des Biologen Thomas Friedrich von der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien wurden im Rahmen des weit über Österreich hinaus verzweigten Projekts bereits signifikante Erfolge verbucht. Durch die Bemühungen konnten etwa schon hunderttausende Exemplare der kleinsten Donaustör-Art, des Sterlet (Acipenser ruthenus), im Strom ausgesetzt werden.
Ehemaliges Transportschiff wird zur Stör-Zuchtstation
Die Aufzucht erfolgt auf einem ehemaligen Transportschiff, das zur Forschungs- und Zuchtstation umgebaut wurde und nun als zentrale "Stör-Kinderstube" dient. Neben dem Sternhausen werden dort auch andere Arten wie Sterlet und Waxdick erfolgreich vermehrt und für die spätere Auswilderung vorbereitet.
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Hunderttausende Jung-Störe bereits ausgesetzt
Laut Projektleitung konnten bereits hunderttausende Sterlet-Jungfische in die Donau eingesetzt werden. Nun soll im Herbst erstmals auch Nachwuchs des Sternhausen in die freie Donau entlassen werden, konkret in den Bereich der unteren Donau unterhalb des Eisernen Tors.
Das Projekt wird von der Universität für Bodenkultur Wien gemeinsam mit internationalen Partnern, Umweltorganisationen und öffentlichen Stellen getragen und gilt mit einem Budget von rund 11,8 Millionen Euro als eines der größten Artenschutzvorhaben im Donauraum.
Urzeitliche Fische durch menschliche Einflüsse bedroht
Umweltminister und Wiener Stadtvertreter zeigten sich bei der Präsentation überzeugt vom Erfolg des Projekts. Man setze damit ein wichtiges Zeichen für den Schutz einer Fischart, die seit rund 200 Millionen Jahren existiert, durch menschliche Einflüsse jedoch stark zurückgedrängt und bedroht wird.
Auch wissenschaftlich gilt das Projekt als Vorzeigeinitiative: Es zeige, dass gezielte Maßnahmen im Naturschutz messbare Wirkung haben können und gleichzeitig breite gesellschaftliche Aufmerksamkeit erzeugen.
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