8-Jährige erstochen
Lederhosen, barfuß, Hut - jeder kannte Mordverdächtigen
Stmk. So erzählen Nachbarn, dass der mordverdächtige Vater und sein Zwilling sowie die Ehefrauen und ihre fünf Kinder immer eigentlich "total gmiatliche Leute" waren. Vor zehn Jahren wären sie von Graz aufs Land nach Kumberg in ein Haus gezogen, das sie fortan gemeinsam renovierten - beide stammen aus einer Akademikerfamilie, zumindest der verhaftete Bruder hatte studiert, ist Diplomingenieur, alle zwei sind im Baugewerbe tätig.
Die Kinder, allesamt Mädchen, waren immer gut gelaunt, spielten, sangen und tanzten im Garten oder fuhren mit ihren Rädern durch den Ort. Sie spielten im Garten mit Holzspielzeug, Handy war weit und breit keines zu sehen, die offenbar extrem naturverbundenen bzw. alternativen Väter fielen allein schon durch ihre Erscheinung - mit Hüten, barfuß und Lederhosen - auf. Trotz des eigenwilligen Styles waren sie in der 4.000-Einwohner-Marktgemeinde gut integriert und geachtet. Niemand - nicht nur in Kumberg - kann sich derzeit vorstellen, wie in diesem auch familiären Idyll plötzlich die Hölle losbrechen konnte.
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Auch die Polizei ist weiterhin verzweifelt auf der Suche nach dem Motiv. Der Verdächtige soll noch am Vormittag befragt werden. Außerdem werden zahlreiche Erhebungen im Umfeld durchgeführt: andere Familienmitglieder, vor allem die Frau des 37-Jährigen (die zum Tatzeitpunkt bei ihrer Schwägerin im Haus gewesen sein dürfte) sowie auch andere Angehörige und Nachbarn werden befragt. Die Verletzungen des Vaters, die er sich nach dem Blutbad an seinem eigenen Kind zugefügt haben dürfte, waren in der Nacht auf Dienstag bereits versorgt worden. Er wollte wohl Suizid begehen. Seitens der Exekutive wurde die mutmaßliche Tatwaffe sichergestellt und diese wird ebenfalls untersucht: Es handelt sich um eine Art japanisches Küchenmesser mit einer etwa 20 Zentimeter langen Klinge, sagte Polizeisprecher Fritz Grundnig zur APA.
Die Polizei war in der Nacht auf Dienstag alarmiert worden, weil David N. seine achtjährige Tochter attackiert hatte. Als die Einsatzkräfte eintrafen, fanden sie die lebensgefährlich verletzte Volksschülerin im Haus, der Vater, der sich selbst Verletzungen zugefügt hatte, wurde ebenfalls, aber in einem anderen Raum, nämlich im Badezimmer, aufgefunden. Während die Kleine ins LKH Graz gebracht wurde und die Ärztinnen und Ärzte noch vergeblich ihr Leben zu retten versuchten, wurde der Vater festgenommen und ebenfalls medizinisch versorgt. Weder er noch die Mutter des Mädchens - die den Notruf getätigt haben dürfte - konnten am Dienstag befragt werden. Das Motiv ist daher noch völlig unklar. Ein möglicher Schizo-Schub - bei dem die Angreifer in ihrem Opfer etwas ganz anderes, plötzlich Bedrohliches sehen - steht im Raum.
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