In Österreich brennt dazu eine hitzige Debatte: Aktuell leben 1,9 Millionen Menschen ohne österreichischen Pass bei uns, rund 300.000 von ihnen wurden sogar hier geboren.
Polit-Prominenz folgt deutschem Weg
IHS-Chef Holger Bonin plädiert für eine offene Diskussion zum schnelleren Staatsbürgerschaftserwerb für in Österreich geborene Kinder von ausländischen Eltern.
Auch interessant
Eine prominente Petition („Ein Pass, der passt!“) fordert jetzt ein schnelleres Verfahren für diese Kinder. Unterstützung gibt es von den Polit-Legenden Ex-Kanzler Franz Vranitzky (SPÖ) und Franz Fischler (ÖVP).
Als mögliches Vorbild verweist die heimische Initiative auf Deutschland. Dort wurde vor rund 25 Jahren beschlossen, dass im Inland geborene Kinder automatisch die Staatsbürgerschaft erhalten, wenn ein Elternteil mindestens acht Jahre rechtmäßig und unbefristet in Deutschland lebt. Später wurde diese Frist auf fünf Jahre verkürzt.
FPÖ und ÖVP stellen sich dagegen
Für IHS-Direktor Bonin ist die Initiative "richtig und wichtig". Dennoch mahnt Bonin, "nicht naiv zu sein". Schließlich gebe es in der Bevölkerung "enorme Vorbehalte" gegenüber Änderungen beim Staatsbürgerschaftsrecht.
In Österreich gilt aktuell eine Art Geburtslandbegünstigung: Hierzulande wird lediglich die Frist für die Einbürgerung verkürzt - hierzulande geborene Kinder können die Staatsbürgerschaft statt nach zehn Jahren bereits nach sechs Jahren Aufenthalt beantragen.
FPÖ und ÖVP sind gegen eine Liberalisierung des Staatsbürgerschaftsrechts. Das Abstammungsprinzip habe "über Jahre und Jahrzehnte" in Österreich "sehr gut funktioniert", sagte ÖVP-Generalsekretär Markus Gstöttner am Donnerstag in der "ZIB 2" des ORF.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden