Staatsbürgerschaft

IHS-Chef fordert jetzt einfachere Einbürgerung

Eine Person hält einen Reisepass vor die Laptopkamera zur Identitätsprüfung beim Corona-Selbsttest.
© APA/GEORG HOCHMUTH
Der Chef des Instituts für höhere Studien, Holger Bonin, sorgt für Aufsehen: "Es braucht eine grundsätzliche Debatte, wie Österreich mit seinen Migranten umgeht".
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In Österreich brennt dazu eine hitzige Debatte: Aktuell leben 1,9 Millionen Menschen ohne österreichischen Pass bei uns, rund 300.000 von ihnen wurden sogar hier geboren.

Polit-Prominenz folgt deutschem Weg

IHS-Chef Holger Bonin plädiert für eine offene Diskussion zum schnelleren Staatsbürgerschaftserwerb für in Österreich geborene Kinder von ausländischen Eltern.

Eine prominente Petition („Ein Pass, der passt!“) fordert jetzt ein schnelleres Verfahren für diese Kinder. Unterstützung gibt es von den Polit-Legenden Ex-Kanzler Franz Vranitzky (SPÖ) und Franz Fischler (ÖVP).

Als mögliches Vorbild verweist die heimische Initiative auf Deutschland. Dort wurde vor rund 25 Jahren beschlossen, dass im Inland geborene Kinder automatisch die Staatsbürgerschaft erhalten, wenn ein Elternteil mindestens acht Jahre rechtmäßig und unbefristet in Deutschland lebt. Später wurde diese Frist auf fünf Jahre verkürzt.

Ein Mann im Anzug spricht bei einer Pressekonferenz an einem Rednerpult mit Mikrofon.
IHS-Chef Holger Bonin fordert "grundsätzliche Debatte". © APA/HELMUT FOHRINGER

FPÖ und ÖVP stellen sich dagegen

Für IHS-Direktor Bonin ist die Initiative "richtig und wichtig". Dennoch mahnt Bonin, "nicht naiv zu sein". Schließlich gebe es in der Bevölkerung "enorme Vorbehalte" gegenüber Änderungen beim Staatsbürgerschaftsrecht.

In Österreich gilt aktuell eine Art Geburtslandbegünstigung: Hierzulande wird lediglich die Frist für die Einbürgerung verkürzt - hierzulande geborene Kinder können die Staatsbürgerschaft statt nach zehn Jahren bereits nach sechs Jahren Aufenthalt beantragen.

FPÖ und ÖVP sind gegen eine Liberalisierung des Staatsbürgerschaftsrechts. Das Abstammungsprinzip habe "über Jahre und Jahrzehnte" in Österreich "sehr gut funktioniert", sagte ÖVP-Generalsekretär Markus Gstöttner am Donnerstag in der "ZIB 2" des ORF.

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