Österreich könnte im kommenden Winter doch noch von kräftigen Schneefällen überrascht werden. Obwohl die Langfristmodelle für den Dezember derzeit eher milde und nasse Bedingungen erwarten lassen, könnte sich die Wetterlage im Jänner grundlegend verändern. Wetterexperte Dominik Jung sieht dafür mögliche Anzeichen in der Stratosphäre: Der Polarwirbel über der Arktis könnte deutlich gestört werden.
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Normalerweise hält dieser gewaltige Kältewirbel eisige Luftmassen weitgehend im Norden zurück. Gerät er jedoch aus dem Gleichgewicht, kann kalte Luft bis nach Mitteleuropa vorstoßen. Verstärkt werden könnte dieser Effekt durch den derzeit starken El Niño im Pazifik. Auch die geringe Meereisbedeckung in Teilen der Arktis könnte die Entwicklung beeinflussen.
Extrem-Szenario
"Dann droht der Schneeschock bis ins Flachland", warnt Jung in der TZ mit Blick auf ein mögliches Szenario. Bricht der Polarwirbel zusammen, kann es allerdings zwei bis drei Wochen dauern, bis sich die Folgen am Boden zeigen. Ein Hoch über Skandinavien könnte dann sibirische Kaltluft nach Mitteleuropa lenken. Trifft diese auf ein feuchtes Tiefdruckgebiet, wären intensive Schneefälle möglich.
Jung hält in einem solchen Fall sogar enorme Neuschneemengen für denkbar: "An so einer Luftmassengrenze können innerhalb von ein, zwei Tagen 30, 40 oder sogar 50 Zentimeter Schnee fallen, auch in tiefen Lagen."
Für Österreich wäre das ein markanter Wintereinbruch mit möglichen Auswirkungen bis in die Niederungen. Noch ist ein solches Szenario aber keineswegs sicher. Auch Jung betont, dass der Dezember zunächst mild ausfallen dürfte. Ob der Polarwirbel im Jänner tatsächlich für eine Schneewende sorgt, müssen die nächsten Prognosen zeigen.
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