In den kommenden Monaten sollen bis zu 4,8 Millionen Tonnen Diesel aus Russland in die USA geliefert werden. 300.000 Tonnen sollen laut Trump "sofort" fließen. Noch vor einem Jahr hatte Trump erklärt: "Ich will nicht, dass Europa Öl von Russland kauft." Damit werde der Krieg von Kreml-Chef Wladimir Putin finanziert. Nun zeigt sich der US-Präsident "glücklich" über die Vereinbarung mit Moskau. Dem Bericht zufolge könnte der Deal Russland Einnahmen in Milliardenhöhe bescheren.
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Hohe Spritpreise setzen Trump unter Druck
Hinter der Kehrtwende stehen vor allem auch innenpolitische Interessen. Vor den wichtigen Zwischenwahlen, den sogenannten Midterms, wächst der Druck auf Trump. Hohe Spritpreise, die auch durch den Iran-Krieg beeinflusst werden, belasten die US-Verbraucher. Der Dieselpreis in den USA ist um mehr als 60 Prozent gestiegen, seit Trump vor sieben Monaten einen Krieg gegen den Iran begonnen hat. Die hohen Preise gefährden die knappe Mehrheit der Republikaner im US-Kongress bei den Zwischenwahlen am 3. November. Trump machte ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien für die Preissteigerungen mitverantwortlich.
Sicherheitsexperte Peter Neumann vom King's College London erklärt gegenüber der BILD: "Trump kann seinen Wählern signalisieren, dass er etwas gegen die hohen Energiepreise unternimmt." Politikexperte Nico Lange sieht ein weiteres Motiv: "Er will von seiner Schuld ablenken und auf die Ukraine zeigen."
Ob der Deal tatsächlich zu einer spürbaren Entlastung führt, ist fraglich. Die zunächst angekündigten 300.000 Tonnen Diesel decken lediglich rund 14 Stunden des US-Bedarfs. Gleichzeitig exportieren die Vereinigten Staaten selbst große Mengen Diesel.
Scharfe Kritik aus Kiew
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte den Deal ein Zeichen der "offensichtlichen Schwäche". Trump reagierte seinerseits mit scharfer Kritik und machte Selenskyj für die hohen Benzinpreise in den USA mitverantwortlich. Zudem erklärte er: "Es ist Zeit für einen neuen Präsidenten in der Ukraine."
Am Sonntagnachmittag sorgte Trump schließlich für eine weitere Überraschung. Auf seiner Plattform Truth Social verkündete er, Russland und die Ukraine hätten einem sofortigen "Energiewaffenstillstand" zugestimmt. Welche konkreten Verpflichtungen damit verbunden sind und wie lange die Vereinbarung halten könnte, blieb zunächst offen.
Trump: Putin will Deal mehr als Selenskyj
US-Präsident Donald Trump hat das Diesel-Abkommen mit Russland gegen parteiübergreifende Kritik verteidigt. Die Vereinbarung werde amerikanischen Landwirten helfen und die hohen Kraftstoffpreise senken, sagte Trump am Montag (Ortszeit) in Washington. Er hatte am Freitag angekündigt, dass die US-Regierung die Sanktionen gegen russische Treibstoffe vorübergehend aufhebe, damit Russland Diesel an die Weltmärkte liefern könne.
Senatoren der Republikaner und Demokraten forderten Trump am Sonntag jedoch auf, den Kurs zu ändern. Das Abkommen verstoße gegen ein Gesetz aus dem Jahr 2022, das den Import russischer Energie verbietet, solange Moskau seine Aggression gegen die Ukraine nicht beendet. Trump wies die Kritik aus seiner eigenen Partei zurück.
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Abkommen, um Moskaus Position "aufzuweichen"?
Insidern zufolge setzen die USA darauf, dass das Diesel-Abkommen die Führung in Moskau zu Friedensverhandlungen bewegen soll. Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner erklärten dies ukrainischen Vertretern bei einem Treffen in Miami, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Das Abkommen über die Lieferung von mehr als 2,25 Millionen Barrel Diesel an die USA und weltweite Märkte soll die Position Moskaus "aufweichen".
Der russische Präsident Wladimir Putin ist den Gesandten zufolge derzeit nicht zu Verhandlungen bereit. Die US-Delegation fordere zugleich ein Ende der ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien. Die ukrainischen Vertreter hätten skeptisch reagiert und sähen in dem Deal ein Zugeständnis an
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