Auch für Arbeitslose
Eltern atmen auf: Ganztagesplatz im Kindergarten bleibt
Eltern oder Erziehungsberechtigte, die in Wien für ihren Nachwuchs Anspruch auf einen Ganztagesplatz im städtischen Kindergarten haben, verlieren diesen künftig nicht mehr, wenn sie in Karenz gehen oder von Jobverlust betroffen sind. Bisher müssen in diesem Fall die Kinder meist früher abgeholt werden. Das soll sich nun ändern, wie die zuständige Stadträtin Bettina Emmerling (NEOS) der APA berichtete.
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Ab Beginn des neuen Kindergartenjahres im September gilt eine neue Regelung für jene Kids, die bei der Aufnahme oder Einschreibung einen Ganztagesplatz erhalten haben. Besteht die Berufstätigkeit der Obsorgeberechtigten zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund von vorübergehender Arbeitslosigkeit oder Karenz nicht mehr, bleibt das zuerkannte Ganztagsbesuchsmodell - sofern dies gewünscht ist.
Sicherheit für Familien schaffen
Auch rückwirkend greift die Maßnahme: Wurde der Anspruch in der Vergangenheit aus den genannten Gründen geändert, darf das Kind wieder den ganzen Tag bleiben, wenn ein entsprechender Bedarf angemeldet wird. "Ganztagesplatz bleibt Ganztagesplatz. Ziel ist es, dass keine Familie ihren Ganztagesplatz aufgrund von Elternkarenz oder vorübergehendem Jobverlust verliert", betonte Emmerling.
Kindern solle so der durchgehende Besuch des Kindergartens ermöglicht werden, unabhängig von der beruflichen Situation der Eltern. Damit werde Sicherheit für Familien geschaffen, zeigte sich die Ressortchefin überzeugt. (APA)
Reaktionen der Parteien
"Diese Entscheidung ist grundsätzlich zu begrüßen. Gerade für Kinder sind klare Abläufe und vertraute Bezugspersonen wichtig. Arbeitslosigkeit oder Karenz der Eltern dürfen nicht dazu führen, dass Kinder aus ihrem gewohnten Alltag gerissen werden. Besonders Kinder mit Deutschförderbedarf profitieren von einem regelmäßigen und ganztägigen Kindergartenbesuch. Funktionierende Elementarpädagogik schafft die Grundlage für einen erfolgreichen Schuleinstieg", betont Klubobmann und Bildungssprecher Harald Zierfuß von der Wiener ÖVP.
"Alle Kinder in Wien müssen von Geburt an die gleichen Chancen haben. Die Ankündigung von Emmerling geht in die richtige Richtung, ist aber noch immer keineswegs fair im Sinne der Chancengleichheit. Kinder von Eltern, die bei der Geburt des Kindes arbeitslos waren, haben mit der neuen Regelung weiterhin keinen Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Wie kommen diese Kinder dazu, dass sie ausgeschlossen werden? Das darf nicht sein", so Julia Malle und Felix Stadler, Bildungssprecher der Wiener Grünen. "Dass die Stadtregierung Kindern von Eltern, die bei der Geburt arbeitslos waren, weiterhin einen Anspruch auf einen Ganztagesplatz im Kindergarten verweigert, zeigt einmal mehr, dass SPÖ und Neos den Kindergarten weiterhin als Betreuungs- und nicht als Bildungseinrichtung behandeln."
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