Welt-Elefanten-Tag
Bedrohung durch Klimakrise und Wilderei
Aufgrund des Welt-Elefanten-Tags am 12. August macht der WWF Österreich auf den Überlebenskampf aufmerksam, den die verbleibende Population tag täglich führt.
Zu den Folgen des Klimawandels kommen weitere Belastungen hinzu: Wilderei, illegaler Elfenbeinhandel sowie die Zerstörung und Zerschneidung ihrer Lebensräume. Der WWF fordert deshalb bessere Schutzmaßnahmen, darunter sichere Wanderrouten zwischen Schutzgebieten. Über sogenannte grüne Korridore sollen Elefanten weiterhin zu saisonalen Wasserstellen und Futterplätzen gelangen können.
Waldelefanten besonders gefährdet
Besonders betroffen sind die Afrikanischen Waldelefanten. Ihr Lebensraum, der tropische Regenwald, verändert sich zunehmend. Die Wälder werden kleiner und die Bäume tragen weniger Früchte – eine wichtige Energie- und Nahrungsquelle für die Elefanten. Die schlechtere Nährstoffversorgung kann die Tiere körperlich schwächen und anfälliger für Krankheiten machen.
Gleichzeitig führt der Nahrungsmangel dazu, dass Elefanten häufiger in Siedlungsgebiete vordringen. Dadurch nehmen Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren zu.
Der Kampf gegen Wilderei
Welch massives Problem die Wilderei ist, zeigte sich 2016 in Kenia. Um ein Zeichen gegen den illegalen Elfenbeinhandel zu setzen, veranstaltete das Land eine der größten Elfenbeinvernichtungsaktionen der Geschichte: Am 30. April wurden in Nairobi rund 105 Tonnen Elfenbein verbrannt. Die Botschaft dahinter: Elfenbein sollte keinen wirtschaftlichen Wert haben und der illegale Handel damit beendet werden. Die riesigen Mengen beschlagnahmten Elfenbeins machten zugleich sichtbar, welches Ausmaß der Handel mit den Stoßzähnen angenommen hatte. Gleichzeitig setzte das Land Maßnahmen gegen Wilderei und den illegalen Handel hohe Strafen gegen den illegalen Besitz und Handel mit Elfenbein. Laut Kenya Wildlife Service sank die Zahl der gewilderten Elefanten im Jahr 2014 von 164 auf 96 im Jahr darauf. Auch in den Folgejahren ging sie weiter zurück. Die Verurteilungsquote bei Wildtierdelikten in Kenia stieg in dieser Zeit erheblich.
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Gezielte Tötung durch den Staat
Der Kampf gegen die illegale Tötung von Elefanten steht jedoch vor einem Widerspruch: Während international Milliarden in den Schutz der Tiere und die Bekämpfung der Wilderei fließen, wird gleichzeitig in Teilen Afrikas wieder über die gezielte Tötung großer Elefantenbestände diskutiert. In der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal schlagen Behördenvertreter den Abschuss von 1.220 Elefanten vor. Begründung: Fleisch, Leder und Elfenbein könnten eine ganze Industrie tragen. Auch in Simbabwe und Namibia wurden bereits Elefantentötungen angekündigt – mit unterschiedlichen Begründungen, darunter Dürre, Nahrungsmittelsicherheit und Konflikte zwischen Menschen und Elefanten.
Pro Wildlife kritisiert diese Maßnahmen. Ursache der Konflikte seien die immer stärker eingeschränkten Lebensräume der Tiere. In Südafrika würden etwa Zäune die natürlichen Wanderbewegungen der Elefanten behindern und dadurch Konflikte mit Menschen verschärfen. Die Organisation warnt zudem davor, dass wirtschaftliche Interessen am Elfenbeinhandel oder an der Trophäenjagd die Debatte beeinflussen.
Statt die Tiere zu töten, fordert Pro Wildlife, die Lebensräume besser miteinander zu verbinden, Wanderkorridore zu sichern, um Konflikte zwischen Menschen und Elefanten möglichst früh zu verhindern. Als Beispiele nennt die Organisation Projekte in Tansania und Sambia, bei denen unter anderem Wanderkorridore geschützt und verwaiste Elefanten auf die Rückkehr in die Wildnis vorbereitet werden.
Warum sollten Elefanten geschützt werden?
Vor allem Waldelefanten spielen eine wichtige Rolle für den Erhalt der Regenwälder. Sie gelten als "Gärtner des Regenwaldes", weil sie das Unterholz ausdünnen und dabei vor allem langsam wachsende Bäume mit hoher Holzdichte verschonen. Diese können dadurch größer werden und besonders viel CO₂ speichern.
Ursprünglich lebten Schätzungen zufolge bis zu zwei Millionen Afrikanische Waldelefanten. Heute liegt die Population laut IUCN nur mehr in etwa zwischen 136.000 –147.000. Ihr dramatischer Rückgang hat nicht nur Folgen für die Art selbst. Biolog:innen schätzen, dass ohne Waldelefanten rund sieben Prozent der Pflanzenmasse dauerhaft verloren gehen könnten. Dadurch könnten etwa drei Milliarden Tonnen Kohlenstoff weniger gespeichert werden.
Eine Erholung der Bestände kämen somit auch dem Klima zugute: Würden Afrikanische Waldelefanten ihre früheren Bestände und Teile ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets zurückgewinnen, könnten dort laut Berechnungen mehr als 6.000 Tonnen CO₂ pro Quadratkilometer zusätzlich gespeichert werden – vergleichbar mit der Bindungsleistung von mehr als einer Viertelmillion Bäumen.
Der Erhalt der Elefantenpopulation ist damit nicht nur Artenschutz, sondern schützt auch unsere eigenen Lebensräume.
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