Neue Technik

Batterie-Revolution: China-Auto fährt mit Salz-Akku

Lila Deepal L06 Limousine fährt auf einer Straße in Peking, im Hintergrund Geschäfte.
© Getty Images
Das Zeitalter der Lithium-Akkus bekommt Konkurrenz: In China geht das erste Serienfahrzeug mit einer Natrium-Ionen-Batterie an den Start. Die neue Technik verspricht deutlich geringere Kosten.
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Der chinesische Autohersteller Changan liefert seit Anfang 2026 das weltweit erste Serienauto mit einer Natrium-Ionen-Batterie aus. Die verbauten Batteriezellen kommen vom Weltmarktführer CATL. Natrium lässt sich direkt aus Meersalz sowie Mineralien gewinnen und steht unbegrenzt zur Verfügung. Dadurch entfällt die Abhängigkeit von wenigen Förderregionen, die beim knappen und teuren Rohstoff Lithium besteht.

Hohe Energiedichte und Sparpotenzial

Laut einem Bericht von "Forschung und Wissen" kommen die neuen Zellen auf eine Energiedichte von 175 Wattstunden pro Kilogramm. Damit bewegen sie sich auf demselben Niveau wie aktuelle Lithium-Eisenphosphat-Batterien. Ein zentraler Vorteil liegt im Preis: Die Herstellung der Natrium-Akkus ist um etwa 30 Prozent günstiger als bei herkömmlichen Systemen.

Starke Leistung bei extremer Kälte

Besonders bei niedrigen Temperaturen zeigt die Technik ihre Stärken, da die Batterie in einem Bereich von minus 40 bis plus 70 Grad funktioniert. Während normale Lithiumzellen bei Frost spürbar an Reichweite einbüßen, sichern Natriumzellen einen Großteil ihrer Kapazität. Selbst bei minus 40 Grad bleiben voraussichtlich 90 Prozent der Leistung erhalten. Das Fahrzeug von Changan kommt auf eine Reichweite von mehr als 400 Kilometern. Ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent nimmt lediglich 15 bis 20 Minuten in Anspruch. Zudem hält die Batterie über 10.000 Ladezyklen stand.

Ergänzung statt kompletter Austausch

Experten stellen klar, dass Natrium-Akkus das etablierte Lithium nicht vollständig ersetzen, sondern primär ergänzen werden. Für schwere Fahrzeuge auf langen Strecken bleibt die höhere Energiedichte von Lithium weiterhin notwendig. Bei preiswerten Stadtautos, Nutzfahrzeugen und stationären Stromspeichern bietet die Natrium-Technologie jedoch eine passende Lösung. Auch für den österreichischen Markt, wo extreme Winterbedingungen und leistbare E-Mobilität wichtige Themen sind, liefert dieser Schritt spannende Impulse.

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