Antibiotika in der Tierhaltung: Wenn Medikamente ihre Wirkung verlieren

Ferkel, die auf Stroh und nicht auf Vollspaltenböden aufwachsen und leben, fördern die Tiergesundheit.
© efsa.europa
Antibiotika sind unverzichtbar, um kranke Tiere zu behandeln und ihr Leiden zu lindern. Doch ihr häufiger Einsatz in der Nutztierhaltung hat eine gefährliche Kehrseite:
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Immer mehr Bakterien werden resistent. Medikamente verlieren dadurch ihre Wirkung – mit Folgen für Tiere, Menschen und die Umwelt.

Schneller wachsende Tiere

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) warnt, dass der Einsatz antimikrobieller Mittel in der Tierhaltung bis 2040 deutlich steigen könnte, wenn nicht gegengesteuert wird. Besonders kritisch sind sogenannte Wachstumsförderer, die in manchen Ländern eingesetzt werden, damit Tiere schneller wachsen und Futter besser verwerten. Kurzfristig steigert das die Produktion, langfristig verschärft es jedoch das Problem der Resistenzen.

Die Folgen können gravierend sein: Krankheiten werden schwerer behandelbar, Tiere leiden länger und wirtschaftliche Schäden nehmen zu. Laut FAO wären die Kosten des Nichthandelns um ein Vielfaches höher als die Investitionen in einen Wandel der Tierhaltung.

Gesündere Tiere sind entscheidend

Dabei zeigt der Bericht, dass weniger Antibiotika nicht automatisch weniger Lebensmittel bedeuten. Entscheidend sind gesündere Tiere und bessere Haltungsbedingungen. Wo Tiere ausreichend Platz, Beschäftigung, saubere Ställe und eine gute Betreuung erhalten, erkranken sie seltener und benötigen weniger Medikamente.

Gerade in der intensiven Tierhaltung entstehen häufig Gesundheitsprobleme. Harte Böden, Platzmangel und fehlende Beschäftigung führen zu Verletzungen, Entzündungen und Stress. Schweine und Rinder leiden häufig unter Gelenkproblemen oder Atemwegserkrankungen, Hühner verletzen sich gegenseitig durch Frust und Enge. Tiergerechtere Haltung mit Stroh, Auslauf und mehr Platz kann viele dieser Probleme verhindern.

Tiergesundheit schützt uns alle

Die FAO setzt deshalb auf den sogenannten "One Health"-Ansatz. Er verdeutlicht, dass die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt untrennbar miteinander verbunden ist. Resistente Keime kennen keine Stalltüren und keine Landesgrenzen.

Die Botschaft ist klar: Wer heute in Tiergesundheit und bessere Haltungsbedingungen investiert, schützt nicht nur Tiere vor Leid. Gleichzeitig werden lebenswichtige Medikamente für kommende Generationen erhalten.

Auch Verbraucher können einen Beitrag leisten: Weniger tierische Produkte und der Griff zu Bio-Produkten fördern Haltungsformen, in denen Tiere gesünder leben und weniger Medikamente benötigen.

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