Kanzler-Eklat

Kickl fordert Stocker-Rücktritt: "Für den Kanzler ist es zu spät"

Ein Mann im blauen Sakko spricht am Rednerpult und gestikuliert mit der linken Hand nach links.
© APA/HELMUT FOHRINGER
"Kinderbetreuung ist keine Arbeit" – Der Kanzler-Sager empört ganz Österreich.
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Es pickt. Es gibt ja Aussagen, die bleiben an ihren Urhebern picken wie Pattex. Bei SPÖ-Kanzler Fred Sinowatz war es der Satz "Ohne die Partei bin ich nichts." Sein Nachnachfolger Karl Nehammer trug sich mit der Empfehlung in die Geschichtsbücher ein, arme Kinder sollten Burger essen. Ob es Christian Stocker ebenso gehen wird, der am Donnerstag in Salzburg einigen Müttern etwas von oben herab erklärte, dass Kinderbetreuung keine Arbeit ist?

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Bei der Veranstaltungsreihe "Österreich im Gespräch" ließ Stocker ein gestriges Frauenbild aufblitzen. Allerdings zog der ÖVP-Chef nicht einmal 24 Stunden später spektakulär die Notbremse: „Ein Satz von mir sorgt gerade für Diskussionen.

Zu Recht, denn er ist falsch. Bei all jenen, die sich durch meine Aussage verletzt, beleidigt oder nicht wertgeschätzt fühlen, entschuldige ich mich in aller Deutlichkeit.“ Ein Kanzler, der in Sack und Asche geht – das ist auch nicht alltäglich.

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Stocker-Entschuldigung


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Kritik reißt nicht ab

Dem war ein nicht alltäglicher Empörungssturm vorausgegangen. Kein Wunder: Laut Statistik Austria übernehmen Frauen rund zwei Drittel der unbezahlten Arbeit. Der Protest kam auch aus der ÖVP: Denn der Stocker-Sager – getätigt ausgerechnet in Salzburg – traf eine ganz besonders: Karoline Edtstadler.

Auch die Opposition scheut sich nicht mit Kritik. Laut FPÖ-Obmann Herbert Kickl würde der Bundeskanzler mit seinen Aussagen Mütter verhöhnen: "Diese ÖVP ist völlig empathielos, familienfeindlich und Lichtjahre von der Lebensrealität der eigenen Bevölkerung entfernt", so der FPÖ-Chef in einer Aussendung.

Screenshot eines Facebook-Posts von Herbert Kickl zum Thema Wertschätzung für Kinderbetreuung.
Kickl © Facebook

Der FPÖ-Chef legt nun auf Facebook nach: "Für den Kanzler ist es zu spät, zurückzurudern – der immense Schaden ist angerichtet", schreibt Kickl. Mit dem Satz "Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit" habe Stocker  offenbart, welchen Stellenwert die ÖVP der Betreuung von Kindern beimisst.

Stocker habe nicht verstanden, wie wichtig Kinderbetreuung ist. "Also ist er fehl am Platz – er ist mehr als nur rücktrittsreif!", so Kickl.

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