Wegen Niedrigwasser

2.000 Jahre alte antike Brücke taucht in Roms Fluss auf

© Getty Images
Der Tiber führt in Rom derzeit ungewöhnlich wenig Wasser. Dadurch kommen Teile einer rund 2.000 Jahre alten Brücke zum Vorschein, die normalerweise vollständig unter der Wasseroberfläche liegt.
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Einheimische und Touristen können derzeit einen ungewöhnlichen Blick auf Roms Vergangenheit werfen. Bei der Engelsbrücke sind große Steinblöcke der sogenannten Nero-Brücke zu sehen.

Das Bauwerk, der "Pons Neronianus", soll um das Jahr 39 nach Christus unter Kaiser Caligula errichtet worden sein. Während der Herrschaft von Nero wurde die Brücke nach ihm benannt.

Sie lag stromaufwärts der heutigen Engelsburg und verband einst das Marsfeld am östlichen Tiberufer mit dem Gebiet des heutigen Vatikans.

Tiber führt nur halb so viel Wasser

Dass die antiken Überreste jetzt sichtbar werden, hat allerdings einen ernsten Hintergrund. Der Tiber führt derzeit außergewöhnlich wenig Wasser. Nicht einmal 80 Kubikmeter pro Sekunde fließen durch Rom – laut Giovanni Giganti vom Zivilschutz entspricht das nur etwa der Hälfte des üblichen Werts für diese Jahreszeit.

"Wir stehen vor einer schweren Wasserkrise", sagte Giganti der Nachrichtenagentur Associated Press. Zwar habe es im vergangenen Winter vergleichsweise viel Niederschlag gegeben, danach seien jedoch lange Trockenperioden gefolgt.

Zuletzt 2022 zu sehen

Normalerweise liegen die Überreste der Nero-Brücke vollständig unter Wasser. Nun ragen wieder ganze Teile des antiken Bauwerks aus dem Fluss.

Archäologen gehen davon aus, dass das Fundament aus großen Steinblöcken bestand, die mit Eisen- und Bronzespangen verbunden wurden. Der obere Teil der Brücke soll hingegen aus Holz bestanden haben.

Zuletzt waren Teile der antiken Brücke während einer vergleichbaren Dürre im Jahr 2022 sichtbar. Für Rom ist der ungewöhnliche Anblick damit zugleich ein faszinierendes Fenster in die Vergangenheit und ein deutliches Zeichen für die aktuelle Wasserknappheit

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