Aufgedeckt

14-jähriger Tiroler plante Terror-Anschlag

Messerattacke: Cobra-Einsatz wegen Betrunkenem (48)
© oe24
Ein 14-Jähriger ist in Tirol wegen des Verdachts auf Anschlagspläne festgenommen worden, wie oe24 bestätigt wurde. Der Zugriff erfolgte nach Hinweisen eines ausländischen Partnerdienstes.
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Tirol. Nach Angaben der Ermittler lieferte ein ausländischer Partnerdienst der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) den entscheidenden Hinweis. Demnach soll sich der Jugendliche über den Messengerdienst Telegram mit einem terrorverdächtigen Mann aus Schweden über mutmaßliche Anschlagspläne ausgetauscht haben. Im Visier sollen jüdische und muslimische Einrichtungen gestanden haben. Tausenden Telegram-Chats des Teenies wurden sichergestellt, wie oe24 aus Ermittlerkreisen erfuhr.

Jugendlicher tippt Nachrichten auf seinem Smartphone, während er auf einem Sofa liegt.
Bursche hatte sich übers Internert, speziell über Telegram-Chats radikalisiert. © Getty Images

Festnahme durch Cobra

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ordnete die Festnahme an. Einsatzkräfte der Cobra nahmen den 14-Jährigen an seiner Wohnadresse fest.

Bei der Durchsuchung stellten Ermittler unter anderem eine Stichschutzweste mit Schweden-Patch, ein beschriftetes Kampfmesser, eine schwarze FFP2-Maske mit Totenschädel und Zeichen des Dritten Reichs sowie zwei taktische Helme sicher. Einer der Helme war mit einer GoPro-Kamera ausgestattet.

Chats im Fokus

Nach Angaben der Quelle tauschte sich der Jugendliche über Telegram mit einem terrorverdächtigen Mann aus Schweden aus. Die Ermittlungen führten schließlich zum Zugriff der Behörden.

Vorbild genannt

Der 14-Jährige soll sich am Attentäter Brenton Tarrant orientiert haben. Demnach habe er geplant, eine Tat im Internet live zu übertragen.

Der Jugendliche verweigerte bislang die Aussage und befindet sich in Innsbruck in Untersuchungshaft.

Fest steht, dass sich der Bursch in kurzer Zeit online radikalisiert haben dürfte. Laut Ermittler-Kreisen soll sein Interesse an der sogenannten White-Supremacy-Bewegung belegt sein. Darauf würde das bei ihm sichergestellte Beweismaterial hindeuten, hieß es Freitagmittag. Anhänger dieser Bewegung - ausschließlich weiße, oft auffallend sehr junge Männer - gehen von einer vermeintlichen Überlegenheit ihresgleichen aus und vertreten einen rassistischen Extremismus, der sich oft mit Antisemitismus paart. Gewaltbereitschaft wird offen zur Schau gestellt, die militante Haltung lehnt sich an historische Vorbilder wie den Nationalsozialismus an. Einschlägige Foren im Internet und Social-Media-Kanäle dienen der Verbreitung des Gedankenguts und der Rekrutierung neuer Mitglieder.

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